«Maskenzwang ist ein perfides Mittel»
Aktualisiert: 26. Jan. 2021
PRESSESPIEGEL
Sissach/Schweiz | Michael Bubendorf über die «Freunde der Verfassung» Aus: Volksstimme Nr. 9, Freitag, 22. Januar 2021
Seit Juli 2020 gibt es die Bürgerbewegung «Freunde der Verfassung». Seither wurden erfolgreich Unterschriften für zwei eidgenössische Referenden gesammelt – eines davon gegen dasCovid-19-Gesetz.Wer sind die Mitglieder dieser Organisation, die in der Schweiz zum «Faktor» werden will? Der Sissacher Michael Bubendorf ist Vorstandsmitglied. Im Interview wird er grundsätzlich.
David Thommen
Herr Bubendorf, Sie sitzen ohne Hygienemaske hier. Wollen Sie uns tatsächlich auf diese Weise ein Interview geben?
Die Maske nützt in Ihren Augen also nichts? Beispielsweise KSBL-Chefarzt Philip Tarr hat sie gestern im Interview mit der «Volksstimme» dringend empfohlen.

Sie bringen den Vergleich mit der «normalen» Grippe. Verharmlosen Sie die jetzige Situation nicht stark?
Nein. Schaut man die Infektionssterblichkeit an, so befinden wir uns in einer vergleichbaren Situation wie in einem Winter mit einer schweren Influenza. Die Zahlen, welche die WHO veröffentlicht, belegen das. Die Grippe ist nicht harmlos: Jahr für Jahr sterben Menschen an der Influenza – wie jetzt an Covid19 auch. Betroffen sind in beiden Fällen fast ausschliesslich sehr alte Menschen.
Ist das nicht etwas gar zynisch? Corona beendet ja nicht «nur» das Leben sehr alter und kranker Menschen, sondern machtauch viele andere krank – zum Teil mit üblen Langzeitfolgen.
Auch nach einer schweren Grippe sind gesundheitliche Einschränkungen noch 10 Monate später nichts Ungewöhnliches. Nach weniger als einem Jahr nach der Erkrankung von Langzeitfolgen zu sprechen, ist unseriös. Eine Covid19Erkrankung ist mit wenigen Ausnahmen nur gefährlich für Menschen, die am Ende ihres Lebenswegs stehen. Also hoch betagte Menschen oder solche mit schweren Vorerkrankungen. Für den Grossteil der anderen Menschen ist Corona nichtschlimmer als eine normale Grippe. Zynisch ist, Covid-19-Tote um jeden Preis verhindern zu wollen. Der Lockdown fordert viele Opfer, die schulterzuckend in Kauf genommen werden, obwohl der Nutzen solcher Massnahmen durch mehrere Studien widerlegt wurde.
Zur Risikogruppe gehören längst nicht nur Hochbetagte. Warum sollen diese nicht geschützt werden?
Es ist letztlich eine Güterabwägung. Will man tatsächlich jede einzelne Ansteckung verhindern und jedes Leben retten, wird es extrem. Wir müssten beispielsweise ja auch den Strassenverkehr verbieten, wenn wir tatsächlich jeden Toten verhindern wollten.
Hier geht es nicht darum, gleich den Strassenverkehr zu verbieten, sondern darum, eine Maske zu tragen und die Hände zu desinfizieren. Das ist doch ein ziemlicher Unterschied …
Nein, es geht natürlich um viel, viel mehr als nur ums Hände desinfizieren: Wir fahren derzeit gerade unsere Wirtschaft komplett an die Wand, verursachen gigantische Kosten und lassen alte Menschen, denen eigentlich geholfen werden sollte, in der Isolation vereinsamen. Mit all den Massnahmen wird vom Bundes rat viel zu stark ins Leben von uns allen eingegriffen.
Sie haltenden jetzigen Lockdown also für übertrieben …
Diverse Studien belegen, dass der Lockdown kaum Einfluss auf das Infektionsgeschehen hat. Aber die Kollateralschäden sind katastrophal! Sehr viele Menschen werden brutal getroffen. Denken Sie an all die Wirte oder an die Betreiber von Fitnessstudios: Ihnen geht es heute samt und sonders schlecht – unverschuldet! Viele der Firmenwerden dieses Dik tat nicht überleben. Der wirtschaftliche Schaden, den unsere Behörden hier anrichten, ist immens. Zum Vergleich: Vor Corona diskutierte die Politik unendlich lange an der Unternehmenssteuerreform III herum, wo es um Mindereinnahmen von 1 Milliarde Franken jährlich ging. Heute kann man sich darüber nur noch wundern: Wie viel hat man seit dem Ausbruch von Corona ausgegeben? Mehr als 130 Milliarden – und das reicht vermutlich nicht einmal. Das ist Geld, das jemand zurückzahlen muss. Das ist den kommenden Generationen gegenüber höchst unsolidarisch.
Sie haben mit den «Freunden der Verfassung» das Referendum gegen das Covid-19-Gesetz ergriffen. Was konkret passt Ihnen daran nicht?
Das Gesetz ermächtigt den Bundesrat zu Sonderbefugnissen, die ihm nicht zustehen. Das Perfide an diesem Gesetz ist, dass der Bundesrat die Legitimation seines Diktats mit der finanziellen Unterstützung für diejenigen verknüpft, denen er mit seinen Massnahmen am meisten schadet. Er erkauft sich also das Recht, eigenmächtig Impfstoffe und Arzneimittel beschleunigt zulassen zu können oder Personen zu kriminalisieren, die gegen die Covid-Verordnung verstossen. Zudem lässt sich der Bundesrat dazu ermächtigen, die Medien finanziell zu unterstützen, was aus meiner Sicht gefährlich ist. Eine Zeitung, die Geld von der Politik bekommt, ist nicht mehr unabhängig. Dabei bräuchten wir genau das in der jetzigen Situation.
Die eidgenössischen Räte haben den befristeten Sonderbefugnissen für den Bundesrat mitgrossem Mehr zugestimmt.
Die Reaktion des Parlaments auf die Krise war aus meiner Sicht erbärmlich. Es hat sich nichtgetraut, sich zu positionieren und hat kaum eigene Vorschläge zur Bewältigung der Krise eingebracht. Unter dem Strich hat sich das Parlament komplett aus der Verantwortung gestohlen. Statt Blanko-Vollmachten für den Bundes rat hätten die eidgenössischen Räte gescheiter den Lockdown-Irrsinn verboten und griffige Soforthilfen für die betroffenen Firmen beschlossen.
Sie üben viel Kritik. Was würden Sie und die «Verfassungsfreunde» bessermachen als der Bundesrat?
Ich meine, dass von Beginn weg die wichtigste aller Fragen unbeantwortet geblieben ist. Nämlich: Warum schützen wir nicht einfach nur diejenigen, die wirklich gefährdet sind, und diejenigen, die auch tatsächlich geschützt werden wollen? Können wir für solche Menschen nicht sichere Einrichtungen schaffen, wo sie sich isolieren können? Warum sollte das nicht gehen? Dann müsste nicht die ganze Wirtschaft heruntergefahren und das gesellschaftliche Leben stillgelegt werden. Das wäre eine pragmatische und kostengünstige Lösung.
Um den Preis, dass sich ganz viele Menschen anstecken würden?
Das geschieht auch jetzt, trotz aller Diktate. Die Regierung begründet ihre Massnahmen stark damit, dass sie die Überlastung des Gesundheitswesens verhindern will. Einerseits gilt es festzustellen, dass in der Schweiz bisher eine solche Überlastung nie gedroht hat. Dies belegen die Zahlen des «Koordinierten Sanitätsdienstes» (KSD). Losgelöst davon ist hingegen richtig, dass die Spitäler grundsätzlich nicht gut aufgestellt sind. Warum das so ist, wird nie diskutiert! Es liegt daran, dass die Politik mit voller Absicht unser Gesundheitswesen längst an den Rand der Belastbarkeit gebracht hat, weil der Irrglaube herrscht, dass das Gesundheitswesen ein rentables Geschäft sein muss. Das hat man wissentlich und willentlich herbeigeführt. Es sind genau die gleichen Politiker, die uns nun erzählen, dass sie sich grosse Sorgen um unsere Gesundheit machen. Die Medien hinter fragen das nie, warum eigentlich?
Vermutlich deshalb, weil das Gesundheitswesen immer noch teuer ist und vor Corona die explodierenden Krankenkassenprämien ein Dauerthema waren …
Wer behauptet, dass die Sparanstrengungen der vergangenen zwei Jahrzehnte ein Erfolg gewesen seien, der schaue sich die jetzigen Kosten an. Ich sage nur: 130 Milliarden Franken! Hätte es sich nicht gelohnt, dem Gesundheitswesen höhere Kapazitäten zu belassen? Seit 1990 wurden in der Schweiz 90 Spitäler geschlossen! Vielleicht haben wir dadurch etwas gespart. Heute aber zahlen wir doppelt dafür.
In coronakritischen Kreisen ist davon die Rede, dass dieses Virus von einer kleinen «Weltelite» quasikonstruiert worden sei, um die Macht an sich zu reissen. Teilen Sie solche Theorien?
Nein, ich teile diese Theorien nicht. Was aber natürlich nicht heisst, dass ich nicht sehe, wem diese Krise nützt: Es ist bekannt, welche Vermögen stark gewachsen sind. Aber hier handelt es sich wohl einfach um Profiteure dieser Situation. Klar scheint mir auch zu sein, dass beispielsweise die Impfstoffhersteller kein Interesse daran haben, die Pandemie kleinzureden. Ebenfalls profitieren Tech-Firmen und Behörden, die ihre Macht und ihren Einfluss durch die Krise stark ausweiten konnten.
Sie selber lassen sich nicht impfen?
Selbstverständlich nicht. Ich hatte auch noch nie eine Grippeimpfung. Für mich gibt es keinen Grund dafür. Denn bisher ist nicht bestätigt, dass man nach einer Covid-19-Impfung nicht mehr ansteckend ist. Und für meine eigene Gesundheit brauche ich diese Impfung sowieso nicht. Indessen ich bin ein Anhänger der Impffreiheit: Jeder soll das für sich selber entscheiden dürfen, einen Zwang darf es nicht geben.
Die «Freunde der Verfassung» haben nicht nur Unterschriften gegen das Covid-Gesetz des Bundes gesammelt, sondern auch gegen das Anti-Terror-Gesetz. Weil sich damit der Polizeistaat anschleiche…
Wir haben unseren Verein im Juli 2020 gegründet, um den Regierungsdiktaten zu begegnen. Natürlich lag unser Fokus zu Beginn voll auf dem Widerstand gegen das Covid-19-Gesetz des Bundes. Doch dann sind wir auf das Referendum gegen das Anti- Terror-Gesetz aufmerksam geworden, gegen das vor allem Jungparteien Unterschriften sammelten. Es handelt sich unserer Einschätzung nach um ein gefährliches Gesetz. Deshalb haben wir uns dort angeschlossen und innert kurzer Zeit so viele Unterschriften zusammengebracht, dass das Referendum rasch zustande kam.
tho. Der in Sissach wohnhafte Michael Bubendorf (39) ist Gründungsmitglied der im Juli 2020 aus der Taufe gehobenen schweizweiten Bürgerbewegung «Freunde der Verfassung». Er betätigt sich als eines von sieben Mitgliedern im Vorstand. Bubendorf, der in Basel und später in Arisdorf aufwuchs, ist verheiratet und Vater zweier Kinder im Alter von 8 und 10 Jahren. Der gelernte Speditionskaufmann betreibt heute eine Reedereiagentur für Hochseefracht. Zuvor lebte und arbeitete er während fünf Jahren in Uganda.
Die «Freunde der Verfassung» haben vergangene Woche gleich zweieidgenössische Referenden eingereicht: Das Referendum gegen das Covid-Gesetz mit 86 000 Unterschriften sowie das Referendum gegen das Terror-Gesetz. Hier war das Referendum von diversen Jungparteien ergriffen worden. 142 800 Unterschriften kamen zusammen, wobei die «Verfassungsfreunde» rund 55 000 Unterschriften beisteuerten. Laut Bubendorf verzeichnet die Bürgerbewegung einen grossen Zulauf. Gestartet ist man mit 30 Mitgliedern, heute seien es bereits rund 2 500.
